Vorsicht Vollmacht?


Zweifellos ist eine Vorsorgevollmacht wichtig. Es ist gut, zu wissen, dass, im Falle eigener Handlungsunfähigkeit, eine Person Ihres Vertrauens in Ihrem Sinne für Sie handeln kann. Eine Person, die dieses Vertrauen verdient! Vorsicht ist geboten, wenn jemand auf Sie zukommt, um von Ihnen bevollmächtigt zu werden. Oder eine Gruppe, die sich solche Vollmachten gegenseitig zuschanzt. Besonders gefährdet sind alte Menschen ohne Angehörige, die schnell Vertrauen zu Menschen fassen, die sie im Alltag und bei Krankheit scheinbar uneigennützig unterstützen.

Mit einer Generalvollmacht/Vorsorgevollmacht geben Sie dem Bevollmächtigten die volle Kontrolle über Ihr Vermögen und sogar über Ihr Leben. Die ARD-Sendung Report hat im Juni 2017 auf diese Problematik aufmerksam gemacht. Hier der Link zum Bericht:

http://avdlswr-a.akamaihd.net/swr/das-erste/report/2017/06-21/947152.sm.mp4

Ein fiktiver, aber absolut realistischer Fall gibt eine Vorstellung von den Möglichkeiten und Gefahren:
Herr R. lebt in seinem eigenen Haus an der Costa Blanca. Er ist nicht unvermögend. Seit dem Tod seiner Frau hat er keine Angehörigen mehr, die sich um ihn kümmern. In letzter Zeit hat er immer wieder gesundheitliche Probleme. Die Nachbarn sind nicht immer anwesend und machen sich Sorgen um ihn. Sie haben über „Wir für Sie“ in der evangelischen Kirchengemeinde gehört, dass die renommierte Juristin Janette Vehse ein „Rettungssystem“ anbietet. Mit entsprechenden Vollmachten und einem Notrufsystem, das im Notfall sofortige Hilfe verspricht, wird Sicherheit versprochen. Die Nachbarn bringen Herrn R. mit „Wir für Sie“ und Janette Vehse zusammen. Die Helfer gewinnen sein Vertrauen, schließlich steckt ja auch die Kirche dahinter. Janette Vehse arbeitet eine Generalvollmacht aus. Jürgen Bayer, der viel Erfahrung mit derartigen Vollmachten hat, wird bevollmächtigt. Da die Vollmacht vor einem spanischen Notar beurkundet werden muss, wirkt Ilse Kübler als Übersetzerin mit. Irgendwann geht es Herrn R. schlechter. Jürgen Bayer kümmert sich um die Unterbringung in einem Pflegeheim. Die Verträge und die finanzielle Abwicklung kann er aufgrund seiner Vollmacht regeln. Auch den Verkauf des Hauses organisiert er. Dabei hilft Frau Vehse mit ihren Kontakten. Zahlungen und Provisionen fließen. Herr R. stirbt. Er hat ein Testament hinterlassen, das Janette Vehse ausgearbeitet hatte und in dem sie als Testamentsvollstrecker bestellt ist. Erbe ist eine Tierschutzorganisation. Die freut sich über die Zuwendung und hat weder einen Grund, noch eine Möglichkeit, nachzuprüfen, ob und wieviel Geld aus dem Vermögen des Herrn R. zuvor wohin abgeflossen ist. Oder zu welchen Konditionen das Haus an wen verkauft wurde. Auch sonst überprüft das niemand. Es gibt keinerlei Kontrolle. Die Akte wird geschlossen. Erledigt. Deckel drauf!

Wie gesagt, der vorgenannte Fall ist fiktiv! Es ist auch nicht gesagt, dass etwas Unredliches geschieht. Es ist aber möglich! Angesichts des Verhaltens der drei genannten Personen stellen sich Fragen nach der Kontrolle. Bayer/Kübler/Vehse arbeiten seit rund 10 Jahren in Vollmachts- und Testamentssachen zusammen. Sie gehen in Senioren- und Pflegeheime, unterstützen hilfsbedürftige alte Menschen und überzeugen sie davon, dass Vollmachten nötig sind. Sind sie auch! So erlangen sie die uneingeschränkte Kontrolle über Vermögenswerte in x-facher Millionenhöhe. Vermögenswerte von Menschen, die keine Angehörigen haben, keine Erben, die fragen, wo das Geld geblieben ist. Insbesondere, wenn sich die Vorgänge zwischen Ausländern in Spanien abspielen. Grund genug, darüber einmal nachzudenken! In einem weiteren Beitrag werden einige Gedanken über „Wir für Sie“ folgen.

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