Über die Unschuldsvermutung

„Die Unschuldsvermutung als hohes rechtsstaatliches Gut ist hier zu wahren.“ Diese Äußerung von Pfarrer Klaus Eicher ist ohne wenn und aber zu unterschreiben. Gerade als Opfer von frei erfundenen Anschuldigungen und üblen Schmähungen kann man derartige Grundsätze nur begrüßen.

Nun sind Schuld und Unschuld im juristischen Sinne neben den Gesetzen von der Beurteilung von Fakten, Begleitumständen und persönlichen Faktoren abhängig. Ein neues Opfer eines bereits bekannten Täters wird wenig Verständnis dafür haben, dass man den Täter weiterhin gewähren lässt und ihn sogar noch fördert, nur weil ein Strafverfahren sich über Jahre hinzieht.

Wenn ein Bankräuber mit der Pistole in der Hand und einem Sack voll Geld aus einer Bank stürmt und dort von der Polizei gestellt und festgenommen wird, dann scheint der Fall klar. Tatsächlich hat man es jedoch mit einem „mutmaßlichen“ Bankräuber zu tun, bevor dieser nicht rechtskräftig verurteilt wird. Trotzdem wird wohl kaum jemand auf die Idee kommen, diesen Mann mit einer Pistole auszustatten und als Wachmann vor eine Bank zu stellen. Trotz Unschuldsvermutung.

Janette Vehse hatte eine Generalvollmacht von Andreas Thimm. Mit dieser Vollmacht hat sie 10.170 Euro von seinem Konto auf ihr Privatkonto nach Deutschland überwiesen. Im Jahr 2010. Mit dieser Vollmacht hat sie 6.060 Euro Steuererstattung, die ihm zustanden, auf ihr Privatkonto in Spanien geleitet und nicht an ihn weitergeleitet. Im Jahr 2011. Mit dieser Vollmacht hat sie 5.818,18 Euro in bar von seinem Konto abgehoben und behalten. Im Jahr 2010. Diese Sachverhalte wurden gerichtlich untersucht und als Tatsachen bestätigt. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Unterschlagung, forderte eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten, und verschärfte die Anklage nach weiterer Prüfung auf einen „schweren Fall“ von Unterschlagung, der mit bis zu 6 Jahren Freiheitsstrafe bedroht ist. Das Verfahren ist eröffnet. Bis zum Urteil kann es wegen Überlastung der Gerichte noch dauern. Die Fakten jedoch sind amtlich festgestellt, unbestreitbar und unbestritten. Trotz Unschuldsvermutung.

 

Diese Fakten sind „Wir für Sie“ bekannt. Die Führungskräfte von „Wir für Sie“ wurden von Anfang an laufend informiert. "Wir für Sie“ vermutete daraufhin verstärkt die Unschuld und empfahl Janette Vehse älteren Menschen nunmehr gezielt als vertrauenswürdige Ansprechpartnerin u.a. für Vollmachten. Hier ist ein Auszug aus der E-Mail vom 14. Januar 2016 an Lüppo Cramer von „Wir für Sie“, mit der Harald Wolff, Solvida, die Zusammenarbeit in freundlichem Ton beendet:

"... Ich habe sowohl Dir als auch Frau Kübler mehrfach Einsicht in die eindeutigen Unterlagen angeboten, die meine Vorwürfe belegen. In solchen Dingen bin ich nicht leichtfertig. Ihr habt entschieden, meinen Überlegungen nicht zu folgen und Frau Vehse weiterhin Mandanten zugeführt. Nunmehr wird in der CBN durch „Wir für Sie“ ein Vortrag von Frau Vehse im Denitreff groß angekündigt und Frau Vehse damit wiederum als kompetente Ansprechpartnerin empfohlen. Gleichzeitig wird der Denitreff unseren Bewohnern, unter anderem wegen der interessanten Vorträge und Veranstaltungen, näher gebracht.

Selbstverständlich kann und will ich von niemandem verlangen, sich meinen Beurteilungen anzuschließen. Allerdings sehe ich eine derartige Situation als Quelle künftiger Missverständnisse: Wenn Solvida seinen Bewohnern den Kontakt mit „Wir für Sie“ empfiehlt und „Wir für Sie“ Frau Vehse unterstützt, dann hätten wir mittelbar Frau Vehse empfohlen. Am Ende gar unseren Bewohnern! Ich kann, im Unterschied zu „Wir für Sie“, die Fakten nicht ignorieren und so tun, als wisse ich nichts von den erwiesenen Schandtaten der Frau Vehse. Daher kann ich den Bewohnern von Solvida den Kontakt zu "Wir für Sie“ nicht mehr empfehlen. Ich bitte Euch, offizielle Aktionen in Solvida ab sofort einzustellen. Selbstverständlich werden wir unsere Bewohner nicht bevormunden. Persönliche Kontakte zwischen unseren Bewohnern und Mitgliedern von „Wir für Sie“ haben wir nicht zu bewerten. Das sind reine Privatsachen, die uns nichts angehen.

Ich möchte mich noch einmal für die vielen positiven Aktivitäten aus Eurem Kreis bedanken und hoffe auf Verständnis für meine Entscheidung.

Herzliche Grüße
Harald Wolff "

In der Folge kamen nunmehr aus dem Denitreff immer wieder verdeckte Aktionen gegen Harald Wolff und Solvida. Dies gipfelte in dem tätlichen Hinauswurf von Harald Wolff durch Jürgen Bayer aus dem Denitreff. Wenngleich die Unschuldsvermutung sehr wichtig ist, so sollte der Schutz älterer Menschen, die einer Organisation der Kirche vertrauen, nicht weniger wichtig sein.

Das Verhalten der Verantwortlichen von „Wir für Sie“ wirft Fragen auf. Die Klärung solcher Fragen sollte eigentlich im Interesse der Kirche sein. Pfarrer Klaus Eicher jedoch sieht sich eher neutral und lässt kein Interesse an einer Klärung erkennen.

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