Geschichten vom bösen Wolf(f) – Teil 3

Jahrelang hatte Herr D. Veranstaltungen von Sol&Haben besucht. Sich informiert, Fragen gestellt, gegessen, getrunken. Immer ruhig, immer zurückhaltend. Kunde ist er nie geworden. Soluciones hat einige Kleinigkeiten für ihn erledigt. Mehr war ihm zu teuer. Später kam er als Mitglied der Parkinson Selbsthilfegruppe gelegentlich nach Solvida. Man grüßte sich, tauschte freundliche Worte aus. Mehr nicht.

 

Eines Sonntags meldeten die diensthabenden Pflegerinnen über die WhatsApp-Gruppe von Solvida, ein fremder Mann sei aufgetaucht. Er sei erschöpft, schmutzig, nicht wohlriechend, wirke verwirrt und verlange seine Medikamente. Sie schickten ein Foto. Wolff erkannte Herrn D. Er ordnete an, den Mann zu versorgen. Essen, Trinken, waschen, frische Kleidung und ihn dann provisorisch unterzubringen. Da keine Kontaktdaten von Angehörigen bekannt waren, wollte man sich am Montag darum kümmern. Am Montag war Herr D. besser drauf, frühstückte, sprach mit Harald Wolff und übergab ihm einen Beutel mit einem Behälter, den er sicher verwahrt haben wollte. Er fühlte sich verfolgt und wollte seine Wertsachen gesichert haben. Auf keinen Fall solle man seiner Frau, von der er seit vielen Jahren getrennt lebe, etwas aushändigen. Diese habe bereits 12.000 Euro aus einem Autoverkauf an sich genommen und wolle sie ihm nicht zurückgeben. Etwa gleichzeitig traf der Kontaktbeamte der Sondereinheit der Guardia Civil für die Sicherheit von Senioren ein, mit dem Solvida in regelmäßigem Kontakt steht. Er war froh, Herrn D., der bereits gesucht wurde, wohlbehalten und gut versorgt in Solvida anzutreffen. Er wurde auch informiert, dass D. einen Behälter mit Wertsachen übergeben hatte. Nun traf auch die Ehefrau von D. ein. Die Begegnung war nicht harmonisch. Die Ehefrau erwähnte eine Frau, mit der er zusammenlebte und vor der bzw. deren Freunden/Angehörigen er geflohen sei. Er blieb zunächst in Solvida.

 

In den nächsten Tagen entschied Herr D. sich, bis auf weiteres in Solvida zu leben und unterschrieb einen Mietvertrag. Er vertraue Harald Wolff, den er ja schon lange kannte. Der Neurologe, der ihn von früher kannte, wurde hinzugezogen. Seine Frau kam, es gab Streit. Er wollte seine 12.000 Euro und sie sagte, sie wolle das Geld verwenden, um seine Behandlungskosten und die Kosten in Solvida zu bezahlen. Mit seinem Gesundheitszustand ging es auf und ab, bis es zu einer akuten Krise und er ins Hospital kam. Der Zustand verschlechterte sich, die Frau griff ein und sorgte für die Verlegung in ein anderes Hospital und später nach Deutschland. Weder die Rechnungen des Hospitals in das er von Solvida gebracht worden war, noch die Rechnungen von Solvida wurden bezahlt. Dafür tauchte die Ehefrau auf und wollte die Wertsachen haben, was D. ausdrücklich verboten hatte. Sie erfuhr von Harald Wolff und seinem anwesenden Anwalt, dass nur D., jemand, der von ihm wirksam bevollmächtigt oder ein gerichtlich bestellter Betreuer die Sachen ausgehändigt bekämen. Sie war sauer. Böser Wolff! Wenig später erschien sie mit einem handgeschriebenen Zettel, der eine Vollmacht darstellen sollte. Die Unterschrift darauf hatte keinerlei Ähnlichkeit mit der im Ausweis von D. oder seiner Unterschrift auf dem Mietvertrag mit Solvida. Sie war weder beglaubigt, noch war die Vollmacht notariell beurkundet, wie in Spanien erforderlich. Wolff durfte die Sachen also nicht herausgeben! Nun war die Frau richtig sauer. Eine gute Erziehung verbarg sie erfolgreich. Sie wurde laut und heftig. Böser, böser Wolff! "Das werde ich überall herumerzählen." Dieses Versprechen hat sie wohl gehalten.

 

Dieser Wolff ist einfach zu widerborstig. Nie macht er, was man von ihm will. Haarsträubend!

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